Heizkörper für Wärmepumpe: Welche sind geeignet?

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Wer über eine Wärmepumpe nachdenkt, hört oft denselben Satz: Dann müssen aber erst alle Heizkörper raus. Diese Sorge ist teuer gedacht und in den meisten Fällen unbegründet.

Die Wahrheit ist einfacher. In aller Regel können Sie Ihre vorhandenen Heizkörper für die Wärmepumpe weiternutzen. Wärmepumpe und Heizkörper sind kein Widerspruch. Wichtig sind die richtige Vorlauftemperatur und eine ausreichend große Heizfläche.

In diesem Ratgeber erklären wir, welche Heizkörper für die Wärmepumpe geeignet sind, wann sich der Tausch einzelner Heizkörper lohnt und was das Ganze kostet.

Funktionieren Heizkörper mit einer Wärmepumpe?

Ja. Eine Wärmepumpe funktioniert auch mit bestehenden Heizkörpern. Sie können eine Wärmepumpe mit Heizkörpern betreiben, ohne alles neu zu machen. Das ist die klare Antwort aus unserer täglichen Praxis und aus der Forschung.

Das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme hat Wärmepumpen über mehrere Jahre in bewohnten Bestandsgebäuden vermessen. Viele dieser Häuser liefen mit ganz normalen, vorhandenen Heizkörpern, und das erstaunlich effizient. Ein kompletter Austausch aller Heizkörper ist also selten nötig.

Sicher ist eine niedrige Vorlauftemperatur besser, und die erreichen Sie am einfachsten mit einer Fußbodenheizung oder sehr großen Heizflächen. Auch mit Ihren bestehenden Heizkörpern steckt aber genug Potenzial für den Betrieb einer Wärmepumpe. Die meisten Anlagen im Bestand sind heute Luft-Wasser-Wärmepumpen. Diese Luft-Wärmepumpen nutzen die Außenluft als Wärmequelle und lassen sich gut nachrüsten. Wenn Sie über eine neue Wärmepumpe nachdenken, sind Ihre Heizkörper also kein Hindernis.

Worauf es bei Heizkörpern für die Wärmepumpe ankommt

Für den effizienten Betrieb einer Wärmepumpe kommt es vor allem auf zwei Dinge an: die Größe der Heizfläche und die Vorlauftemperatur.

Je größer die Fläche eines Heizkörpers ist, desto mehr Wärmestrahlung gibt er ab und desto niedriger kann die Vorlauftemperatur ausfallen. Genau das mag die Wärmepumpe. Jedes Grad weniger Vorlauftemperatur senkt den Stromverbrauch und Ihre Heizkosten.

Ein kleiner, alter Heizkörper braucht dagegen hohe Temperaturen, um denselben Raum warm zu bekommen. Das treibt den Verbrauch nach oben. Entscheidend ist, dass der Heizkörper seine Wärmeleistung über eine große Fläche abgibt. So funktioniert eine Wärmepumpe auch mit klassischen Heizkörpern zuverlässig.

Die gute Nachricht: Viele ältere Heizkörper sind großzügig dimensioniert und damit besser geeignet, als ihre Besitzer denken.

Wie Sie die Vorlauftemperatur richtig einstellen lassen, lesen Sie in einem eigenen Beitrag. Ein sauberer hydraulischer Abgleich holt zusätzlich Effizienz heraus.

Welche Heizkörper sind für die Wärmepumpe geeignet?

Nicht jeder Heizkörpertyp passt gleich gut zur Wärmepumpe. Diese Übersicht zeigt die wichtigsten Heizkörpertypen und welche Heizkörperarten sich für den Betrieb mit Wärmepumpen eignen.

Niedertemperatur-Heizkörper und Wärmepumpenheizkörper

Niedertemperatur-Heizkörper sind für die Wärmepumpe die beste Wahl. Man nennt sie auch Wärmepumpenheizkörper. Niedertemperatur-Heizkörper für Wärmepumpen arbeiten mit niedrigen Systemtemperaturen und gehören zu den effizientesten Niedertemperatur-Heizsystemen.

Sie kommen mit Vorlauftemperaturen unter etwa 40 Grad aus und geben ihre Wärme über große Plattenflächen als angenehme Strahlungswärme ab. Manche Modelle haben kleine Ventilatoren, die auch größere Räume schnell erwärmen.

Plattenheizkörper und Flächenheizung

Großflächige Plattenheizkörper und Flächenheizkörper eignen sich ebenfalls gut, solange sie ausreichend dimensioniert sind. Noch besser sind Flächenheizungen wie die Fußbodenheizung oder eine Wandheizung. Im Neubau sorgt meist eine Fußbodenheizung für ideale Bedingungen.

Sie verteilen die Wärme über eine sehr große Fläche, arbeiten mit besonders niedrigen Vorlauftemperaturen und sorgen für eine gleichmäßige Wärmeverteilung und hohen Wärmekomfort. Das macht sie zur idealen Kombination mit einer Wärmepumpe.

Gliederheizkörper und Röhrenheizkörper

Gliederheizkörper, auch Rippenheizkörper genannt, finden Sie vor allem im Altbau. Sie haben wenig Fläche und geben ihre Wärme eher über die Luft ab. Für den Betrieb mit Wärmepumpen sind sie nur eingeschränkt geeignet und passen am besten in gut gedämmte Häuser. Ähnliches gilt für schmale Röhrenheizkörper, wie man sie als Handtuchheizkörper im Bad kennt. Oft reicht es, diese Heizkörper in den wichtigsten Räumen gegen größere Modelle zu ersetzen.

Müssen die alten Heizkörper raus?

In den meisten Fällen nein. Ein kompletter Austausch ist selten nötig. Oft reicht es, einzelne Heizkörper in den meistgenutzten Räumen gegen größere oder moderne Niedertemperatur-Heizkörper zu tauschen.

Sie können vorab selbst prüfen, wie gut Ihre Heizkörper geeignet sind. Drosseln Sie an einem kalten Wintertag die Vorlauftemperatur Ihrer Heizung auf 55 Grad und drehen Sie die Thermostate voll auf. Wird es warm, sind Ihre Heizkörper groß genug. Diesen Selbsttest und weitere Hintergründe finden Sie in unserem Beitrag zur Wärmepumpe im Altbau.

Ergänzend sorgt ein hydraulischer Abgleich dafür, dass jeder Heizkörper genau die richtige Menge Heizwasser im Heizkreislauf bekommt. So läuft die ganze Anlage effizienter und die Energieeffizienz steigt.

Heizkörpertausch oder Hochtemperatur-Wärmepumpe?

Sie möchten Ihre bestehenden Heizkörper unbedingt behalten und aktuell nicht sanieren? Dann kann eine Hochtemperatur-Wärmepumpe eine Lösung sein. Diese Geräte liefern höhere Vorlauftemperaturen und kommen daher auch mit kleineren Heizkörpern zurecht.

Ehrlich gesagt hat das einen Preis. Höhere Vorlauftemperaturen bedeuten mehr Stromverbrauch und damit höhere Heizkosten. Für viele Häuser ist die Kombination aus normaler Wärmepumpe und passenden Heizkörpern deshalb die wirtschaftlichere Wahl. Was zu Ihrem Haus passt, klären wir gemeinsam vor Ort.

Was kostet der Heizkörpertausch und gibt es Förderung?

Die Kosten hängen davon ab, wie viele Heizkörper Sie tauschen und welchen Typ Sie wählen. Der Austausch einzelner Heizkörper in den wichtigsten Räumen ist deutlich günstiger als ein kompletter Wechsel des Heizsystems.

Gute Nachricht: Der Tausch von Heizkörpern kann im Rahmen einer Heizungsmodernisierung als Umfeldmaßnahme gefördert werden. Die genauen Fördersätze ändern sich regelmäßig. Wir prüfen für Sie, welche Förderung aktuell möglich ist, und übernehmen die Beratung dazu.

Fazit: Ihre Heizkörper sind meist bereit

Für die meisten Häuser gilt: Ihre Heizkörper sind für die Wärmepumpe besser geeignet, als der weit verbreitete Mythos vermuten lässt. Große Heizflächen und eine niedrige Vorlauftemperatur sind wichtiger als der Typ des Heizkörpers. Ein kompletter Austausch ist nur selten nötig.

Für den Umstieg auf eine Wärmepumpe müssen Hausbesitzer also nur wenige Voraussetzungen erfüllen.

Am sichersten wissen Sie es nach einer Heizlastberechnung vor Ort. Als Meisterbetrieb für Heizung in Leipzig prüfen wir Ihre Heizkörper, berechnen die Heizlast und sagen Ihnen ehrlich, welche Heizkörper bleiben können.

Vereinbaren Sie jetzt Ihre unverbindliche Beratung.

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