Viele Hausbesitzer in Leipzig und Umgebung stellen sich dieselbe Frage: Wird mein altes Haus mit einer Wärmepumpe wirklich warm?
Die Sorge ist verständlich. Lange galt die Wärmepumpe als Technik für den Neubau. Für den Altbau hält sich hartnäckig der Zweifel, dass die Räume kalt bleiben und die Stromrechnung nach oben schießt.
Die gute Nachricht vorweg: Eine Wärmepumpe im Altbau funktioniert in den allermeisten Fällen. Wichtig ist dabei die Vorlauftemperatur Ihrer Heizung und nicht das Baujahr Ihres Hauses. Mit dem Gebäudeenergiegesetz rückt die Wärmepumpe zusätzlich in den Fokus vieler Eigentümer. In diesem Ratgeber zeigen wir Ihnen einen einfachen Selbsttest für den kommenden Winter, erklären, was aktuelle Forschung belegt, und sagen ehrlich, wann sich der Umstieg lohnt und wann Sie genauer hinschauen sollten.
Funktioniert eine Wärmepumpe im Altbau überhaupt?
Ja. Eine Wärmepumpe funktioniert auch im Altbau, und das belegen mittlerweile umfangreiche Praxisdaten. Das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme hat über vier Jahre 77 Wärmepumpen in bewohnten Bestandsgebäuden vermessen.
Das Ergebnis ist deutlich. Luft-Wasser-Wärmepumpen erreichten im Schnitt eine Jahresarbeitszahl von 3,4, Anlagen mit Erdwärme sogar 4,3. Eine Jahresarbeitszahl von 3,4 bedeutet: Aus einer Kilowattstunde Strom macht die Anlage 3,4 Kilowattstunden Wärme.
Besonders wichtig für Sie als Besitzer eines älteren Hauses ist ein weiteres Ergebnis. Die Forscher fanden keinen Zusammenhang zwischen dem Baujahr des Gebäudes und der Effizienz der Anlage. Untersucht wurden Häuser mit Baujahren zwischen 1826 und 2001. Ein unsanierter Altbau kann also eine gute Ausgangslage haben, wenn die Anlage sauber geplant ist.
Wenn Sie über eine neue Wärmepumpe nachdenken, ist Ihr Baujahr also kein Ausschlusskriterium.
Der 55-Grad-Test für die Wärmepumpe im Altbau
Sie müssen nicht raten, wie gut Ihr Haus für eine Wärmepumpe geeignet ist. Es gibt einen einfachen Test, den Sie im Winter selbst durchführen können. Er kostet nichts und dauert nur ein paar Stunden.
Eine Wärmepumpe arbeitet am besten mit niedrigen Vorlauftemperaturen bis etwa 55 Grad. Genau das prüfen Sie mit diesem Test:
- Wählen Sie einen kalten Wintertag.
- Stellen Sie die Vorlauftemperatur Ihrer bestehenden Heizung auf 55 Grad.
- Drehen Sie die Thermostate in Ihren wichtigsten Räumen voll auf.
- Warten Sie einige Stunden und messen Sie dann die Raumtemperatur.
Wird es in Ihren Räumen angenehm warm, dann funktioniert auch eine Wärmepumpe in Ihrem Haus. Ihre Heizkörper sind dann groß genug und Sie brauchen keine aufwendige Sanierung. Bleiben einzelne Räume kühl, reicht oft schon der Tausch weniger Heizkörper.
Auch die Verbraucherzentrale empfiehlt genau diesen Praxistest als erste Orientierung. Das deckt sich mit unserer täglichen Erfahrung aus dem Betrieb hier in der Region Leipzig.
Vorlauftemperatur: So läuft die Wärmepumpe im Altbau effizient
Der wichtigste Wert für eine Wärmepumpe im Altbau ist die Vorlauftemperatur. Das ist die Temperatur des Heizwassers, das zu Ihren Heizkörpern fließt. Je niedriger diese Temperatur, desto weniger Strom braucht die Anlage. Als Faustregel gilt: Jedes Grad weniger senkt den Stromverbrauch spürbar.
Früher hieß es, Wärmepumpen taugen nur für neue, gut gedämmte Häuser. Das ist überholt. Die Technik hat sich stark weiterentwickelt. Unsere Erfahrungen mit Wärmepumpen im Altbau zeigen es immer wieder: Moderne Geräte erreichen heute 65 bis 70 Grad Vorlauf, und das auch bei minus 20 Grad Außentemperatur.
Damit lässt sich auch ein Haus mit klassischen Heizkörpern zuverlässig warm halten. Bei extremer Kälte verbraucht übrigens jede Heizung mehr Energie. Auch eine Öl- oder Gasheizung schluckt bei minus 20 Grad ordentlich Brennstoff.
Wie Sie die Vorlauftemperatur richtig einstellen lassen, erklären wir in einem eigenen Beitrag. Ein sauberer hydraulischer Abgleich holt hier die letzten Prozente Effizienz heraus.
Welche Wärmepumpe eignet sich für den Altbau?
Für den Altbau kommen verschiedene Bauarten infrage. Welche zu Ihrem Haus passt, hängt vom Wärmebedarf, vom verfügbaren Platz und von der gewünschten Vorlauftemperatur ab.
Luft-Wasser-Wärmepumpe
Die Luft-Wasser-Wärmepumpe ist die häufigste Lösung im Altbau. Diese Luft-Wärmepumpen nutzen die Außenluft als Wärmequelle, brauchen wenig Platz und lassen sich vergleichsweise einfach nachrüsten. Für die meisten älteren Häuser ist die Luft-Wasser-Wärmepumpe daher die erste Wahl.
Sole-Wasser-Wärmepumpe und Wasser-Wasser-Wärmepumpe
Eine Sole-Wasser-Wärmepumpe nutzt Erdwärme, eine Wasser-Wasser-Wärmepumpe das Grundwasser. Sole-Wasser-Wärmepumpen und Wasser-Wasser-Wärmepumpen arbeiten sehr effizient, verlangen aber eine Bohrung oder Erdarbeiten auf dem Grundstück.
Hochtemperatur-Wärmepumpe und Luft-Luft-Wärmepumpe
Für Häuser mit dauerhaft hohem Wärmebedarf liefern Hochtemperatur-Wärmepumpen höhere Vorlauftemperaturen. Eine Luft-Luft-Wärmepumpe überträgt die Wärme direkt an die Raumluft und eignet sich für klassische Heizkörper weniger gut. Welche Bauart für Ihr Haus sinnvoll ist, klären wir gemeinsam vor Ort. Mehr zu den Unterschieden lesen Sie in unserem Vergleich von Monoblock und Split-Wärmepumpe.
Müssen die Heizkörper für die Wärmepumpe raus?
In den meisten Fällen nein. Ihre bestehenden Heizkörper können in aller Regel bleiben. Das bestätigt auch die Fraunhofer-Studie, in der sich ausreichend große Heizkörper mit ähnlich niedrigen Temperaturen betreiben ließen wie eine Fußbodenheizung.
Nur wenn einzelne Räume beim 55-Grad-Test kühl bleiben, lohnt sich der Tausch weniger Heizkörper gegen größere Modelle. Welche Heizkörper eine Wärmepumpe braucht, erklären wir ausführlich in einem eigenen Ratgeber.
Lohnt sich eine Wärmepumpe im Altbau?
Diese Frage hören wir oft. Aus unserer Erfahrung im täglichen Betrieb ist eine Wärmepumpe im Altbau nicht teurer als andere Wärmeerzeuger. Bei sehr niedrigen Außentemperaturen steigt der Verbrauch, das gilt aber für jede Heizung.
Ein Vorteil der Wärmepumpe: Sie können den Strom teilweise selbst erzeugen, zum Beispiel mit einer Photovoltaikanlage. Eigenes Öl oder eigenes Gas gibt es dagegen nicht. Wie sich der Umstieg konkret rechnet, zeigen wir im Beitrag Ölheizung auf Wärmepumpe umrüsten.
Was kostet eine Wärmepumpe im Altbau?
Wie sehr sich eine Wärmepumpe im Altbau für Sie lohnt, hängt am Ende von Ihrem Haus und Ihrem Wärmebedarf ab. Was eine Wärmepumpe kostet und welche Förderung möglich ist, klären wir dabei ebenfalls. Diese Einschätzung nehmen wir bei einem Vor-Ort-Termin für Sie vor.
Wärmepumpe im Altbau: Das sind die Voraussetzungen
Damit Ihre Wärmepumpe im Altbau effizient läuft, kommt es auf einige Voraussetzungen an. Die wichtigste haben Sie schon kennengelernt: eine möglichst niedrige Vorlauftemperatur.
Dazu kommen ausreichend große Heizflächen, eine korrekte Heizlastberechnung und eine passende Dimensionierung der Anlage. Eine zu große Wärmepumpe taktet zu häufig, eine zu kleine wird an kalten Tagen knapp. Beides kostet Effizienz.
Am Ende entscheidet die saubere Planung. Genau hier liegt die Stärke eines erfahrenen Fachbetriebs. Wir berechnen die Heizlast Ihres Gebäudes, prüfen Ihre Heizflächen und führen den hydraulischen Abgleich durch. Als Fachbetrieb für Heizung in Leipzig begleiten wir Ihr Projekt ab der ersten Einschätzung.
Fazit: Ihr Altbau ist meist bereit für die Wärmepumpe
Eine Wärmepumpe im Altbau ist in den meisten Fällen sinnvoll und funktioniert zuverlässig. Die Vorlauftemperatur ist der entscheidende Wert, das Baujahr Ihres Hauses spielt eine kleinere Rolle, als viele denken. Mit dem 55-Grad-Test bekommen Sie schon selbst ein gutes Gefühl dafür, wie bereit Ihr Haus ist.
Den Rest übernehmen wir. Als Meisterbetrieb aus dem Norden von Leipzig prüfen wir Ihr Haus vor Ort, berechnen die Heizlast und sagen Ihnen ehrlich, welche Lösung passt. Vereinbaren Sie jetzt Ihre unverbindliche Beratung und finden Sie heraus, wie Ihre Wärmepumpe im Altbau aussehen kann.



